Gerhard Ruiss (Autor, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren)

Kein Recht auf Flucht

Flüchtlinge haben keine Rechte. Jeder Flüchtling wird sich nach den Abschiebungen eines Teils der Beteiligten am Protestcamp im Sigmund-Freud-Park hüten, noch einmal die Bedingungen für Asylsuchende in Österreich anzusprechen. Flüchtlinge haben alles auf dem Papier, ihre Rechte, ihre Identität, sie haben aber keine Papiere, die sie zum Bleiben berechtigen. Sie haben das Versammlungsrecht, das Recht zur freien Meinungsäußerung, machen sie davon Gebrauch, geht ihnen die Berechtigung zum Bleiben verloren.

 

Wenn es sein muß, beweisen österreichische Abgeordnete oder Parteifunktionäre durch Besuche bei Diktatoren auch selbst, daß für Asylsuchende in Österreich aus diesen Ländern kein Recht zur Flucht bestehen kann. Sie reden so lange vom Asylbetrug, bis feststeht: Flüchtlinge sind keine Flüchtlinge, sondern Flüchtige, die sich ihrer Verantwortung zu entziehen versuchen, um sich ein besseres Leben auf Kosten anderer zu verschaffen.

 

Man sich kann gar nicht oft und deutlich genug gegen diesen politischen Mißbrauch der Not von nach Bleibemöglichkeiten suchenden Menschen aussprechen. Flüchtlinge haben niemanden, außer, mit viel Glück, noch ihre Familie, sie haben alles zurückgelassen, ihr gesamtes bisherigen Leben, sie verdienen jede Unterstützung, die sie bekommen können.